Die Chefin boxt sich nach oben

Vor fünf Jahren lieferte Steff la Cheffe ihre ersten Auftritte als Rapperin und Beatboxerin, und sie verschaffte sich damit in der Hip Hop-Szene erstmals Respekt. Spätestens als sie nach dem Release ihres ersten Albums einen Swiss Music Award für das «Best Talent National» abräumt, wird auch dem Hinterletzten klar: Steff la Cheffe ist längst nicht nur der «neue heisse Shit», sondern sie ist gekommen, um zu bleiben. Denn diese junge Frau hat das Talent im Rucksack, das lose Mundwerk in der Jackentasche – und die Eier nicht nur im Kühlschrank. Gut zu wissen also, dass es von Steff la Cheffe bald neue Töne zu hören gibt.

Stefanie Peter, wie Steff la Cheffe heisst, als sie 1987 in Bern zur Welt kommt, macht keine halben Sachen: Als sie von ihrem sechs Jahre älteren Bruder die Alben «Things Fall Apart» von den Roots und «Make The Music 2000» von Rahzel geschenkt be- kommt, beginnt sie kurzerhand selbst, Songtexte zu schreiben und ihr Mund in ein Instrument zu verwandeln.

Der Zürcher Produzent und Reggae-Sänger Dodo entdeckt das junge Talent an einem Female Hip Hop Jam in der Reitschule in Bern 2007 und fördert sie. Der Track «Chef Ding» entsteht aus einer ersten Zusammen- arbeit der beiden, Steff la Cheffe singt auf drei Songs von Dodos Album «Reggae Against The Machine». Die Musikszene wird hellhörig, so sehr, dass World Music-Star Andreas Vollenweider die junge Beatboxerin auf seiner Tournee durch die Schweiz, Europa, Südafrika und China auftreten lässt. Mit dem Rückenwind von Vollenweider und Dodo gelingen Steff la Cheffe 2009 zwei weitere grosse Erfolge: Sie wird Beatbox Vizewelt- meisterin in der Female Category in Berlin und gewinnt am m4music die Demotape-Clinic in der Kategorie Urban und darüber hinaus auch das Demo of the Year. Ab sofort ist sie nicht mehr das bestgehütete Hip Hop-Geheimnis der Schweiz.

Dafür zeigt Steff la Cheffe der Schweiz im April 2010, wie viel in der zierlichen First Lady of Mundart-Rap wirklich steckt: Sie veröffentlicht ihr Debüt-Album «Bittersüessi Pille», steigt auf Platz 7 in den Charts ein und macht es sich dort während insgesamt 22 Wochen gemütlich. Nebst breiter medialer Aufmerk- samkeit in Print und Radio absolviert Steff la Cheffe einen Auftritt bei Aeschbacher, das Newsjournal 10vor10 berichtet über sie und DRS 3 wählt sie zum Best Talent im Monat April.

Wer oder was kann die junge Künstlerin jetzt noch bremsen? Steff la Cheffe rockt an der Plattentaufe im Dachstock Bern im ausverkauften Saal und stellt ihre Live-Performance unter Beweis. Gemeinsam mit ihrer Band spielt sie sich quer durch die Schweizer Clubs und Festivals. Der Filmer Alain Guillebeau hält die Zeit im Sommer 2010 auf der Kamera fest, im November wird sein Kurzfilm «Steff la Cheffe – Im Momänt» uraufgeführt.

Die Nomination zum DRS 3 Best Talent, so viel wird spätestens im Winter 2010 klar, sollte der Karriere von Steff la Cheffe zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Sie überzeugt durch eine bombastische Finalshow im Zürcher Club Moods und lässt die Konkurrenz in ihrem Schatten verschwinden: Im März 2011 nimmt sie an den Swiss Music Awards den Preis des «Best Talent National» entgegen. Im Mai wird ihr der Prix Walo in der Sparte Newcomer verliehen.

Dann kommt der Sommer und mit ihm die besten Feten und Festivals: Steff la Cheffe tritt im KKL auf und an diversen Open Airs, mitunter St. Gallen, Gampel, Hoch-Ybrig und Touch the Air. Neben Zusammen- arbeiten mit Dodo, Sina, Webba oder Guillermo Sorya findet Steff la Cheffe auch noch Zeit und Energie, sich in diversen weiteren Projekten zu engagieren. So tritt sie an der 2011er Wahl der Miss Handicap auf, wird zur Botschafterin von Pro Juventute oder auch Mitglied des Club d’Inspiration von Greenpeace. In der Berner Tageszeitung Der Bund schreibt sie Mundart-Kolumnen und an Schulen und Jugendtreffs leitet Steff la Cheffe Beatbox und Rap-Workshops. So verschieden ihre Engagements auch sind, die direkte Bernerin fällt immer wieder dadurch auf, dass sie kaum ein Blatt vor den Mund nimmt und konsequent zu ihren pointierten Meinungen steht.

Der Tag der 24-Jährigen Musikerin hat mindestens 48 Stunden – oder vielleicht doch nicht? Im Herbst kündigt Steff la Cheffe das vorläufige Ende ihrer Tournee an. Mit dem Videoclip «Besser wenn i gah» verabschiedet sich die junge Musikerin von der breiten Öffentlich- keit und zieht sich ins Studio zurück, um ihre neuen Songs zu produzieren.

Projects
Steff la Cheffe
Me, Valentin & You
The Deadly Storm

HARDNINE THE MOVIE
Ohrbooten
Hot Running Blood